Stress bei Katzen: Was tun?

Heutzutage leiden immer mehr Menschen an Stress. Die moderne Gesellschaft ist immer voller von beängstigenden Situationen und auch unsere Katzen können es spüren. Da sie sehr routinierte und häusliche Wesen sind, neigen Katzen dazu, sehr ängstlich zu sein, was in vielen Fällen zu Stress führt.

Der Duden definiert Stress als „erhöhte Beanspruchung, Belastung physischer oder psychischer Art“. Eure Katze könnte also gesundheitliche sowie Verhaltensprobleme entwickeln, wenn sie an Stress leidet.

Eine Änderung in ihren Gewohnheiten, ein Umzug, die Abwesenheit des Besitzers… Die Gründe, die dazu führen können, dass eine Katze gestresst ist, sind zahlreich.

Hier lernt ihr mehr darüber, wie sich Stress bei Katzen äußert und wo seine Ursachen liegen. Außerdem geben wir euch Tipps, wie ihr eurer Katze helfen könnt, sich zu entspannen und ihren psychischen sowie körperlichen Zustand zu verbessern.

Stress bei Katzen: Symptome

Wenn ihr eure Katze und ihr Verhalten aufmerksam beobachtet, wird es schwer sein, nicht zu bemerken, dass sie gestresst ist. Wenn sie an Stress leidet, neigt eine Katze dazu, ihre Gewohnheiten und ihr Verhalten zu verändern. Hier findet ihr eine Liste der Dinge, die auf einen Stresszustand eurer Katze hindeuten können:

  • Änderung der Persönlichkeit: Dieser Punkt trifft auf alle Katzen zu. Eine Katze, die normalerweise sehr verspielt und gesellig ist, kann plötzlich sehr ruhig und schlapp sein. Schüchterne Katzen können sich noch mehr isolieren und oft einfach regungslos dasitzen. Andere können sogar aggressiv gegenüber den Menschen in ihrer Umgebung werden, etc.
  • Das Herz schlägt schneller: Ein Anstieg des Herzschlags ist eines der häufigsten Symptome, die man bei gestressten Katzen beobachten konnte. Da sie stets in Alarmbereitschaft sind und mehr Angst haben als gewöhnlich, wird ihr Herz stärker durchblutet.
  • Geweitete Pupillen und starrer Blick: Es wirkt ein wenig so, als würden sie ins Leere schauen. Auch hier machen sie oft einen niedergeschlagenen Eindruck.
  • Die Haare sträuben sich: Auch dieses Anzeichen ist auf die stetige Alarmbereitschaft zurückzuführen. Vor allem die Haare auf dem Rücken und am Schwanz gestresster Katzen tendieren dazu, sich zu sträuben.
  • Sie reagiert nicht mehr: Dazu kommt es, wenn Katzen einer angsteinflößenden Situation nicht entkommen können. Sie versuchen dann, vor allen möglichen Angstquellen zu fliehen, was sich durch ein abwesendes Verhalten äußert.
  • Ein wiederholt jammerndes Miauen: Wenn euch auffällt, dass eure Katze immer mehr miaut und dass ihr Miauen einem Weinen ähnelt, will sie damit ohne Zweifel zum Ausdruck bringen, dass es ihr nicht gut geht. Seid immer aufmerksam, wenn es um das Miauen eurer Katze geht.
  • Sie ist nicht mehr stubenrein/markiert ihr Revier: Eines der häufigsten Anzeichen für Stress bei Katzen ist, dass sie überall urinieren, um ihr Revier zu markieren. Wenn eure Katze gestresst ist, wird sie auf diese Weise versuchen, eure Aufmerksamkeit zu erlangen, um euch zu zeigen, dass es ihr nicht gut geht.
  • Übermäßiges Lecken: Eine gestresste Katze wird sich viel öfter putzen als andere. Wenn sie keinen Spaß mehr daran hat zu spielen und oft alleine ist, besteht die Möglichkeit, dass sie die meiste Zeit damit verbringt, sich zu lecken. Diese Angewohnheit kann zwanghaft werden und die Katze kann sogar so weit gehen, sich die Haare herauszureißen. Ihr solltet außerdem wissen, dass eine Verhaltensstörung auch dazu führen kann, dass eure Katze ihr Fell verliert.
  • Appetitlosigkeit oder steigender Appetit: Hierbei kommt es zwar immer auf das Tier an, aber es ist nicht selten, dass man eine Änderung im Essverhalten gestresster Katzen beobachten kann. Während die einen versuchen, durch Futter einen Verlust zu kompensieren (z.B. einer geliebten Person), hören andere auf zu essen. Egal um welchen Fall es sich handelt, die Katze könnte abmagern oder übergewichtig werden.

Stress bei Katzen: Ursachen

Die Stressfaktoren können zahlreich sein. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass ihr eure Katze beobachtet und ihr zuhört, um die Ursache ihres Unwohlseins zu verstehen. Im Allgemeinen sind die Gründe dennoch leicht zu erkennen. Einige von ihnen findet ihr in dieser Liste:

  • Änderung der Umgebung: Die Stressursache, die man bei Katzen am häufigsten beobachten konnte, ist ohne Zweifel eine Veränderung ihres Umfelds. Wenn ihr gerade umgezogen seid und eines oder mehrere der oben beschriebenen Symptome feststellt, ist es ziemlich sicher, dass eure atze Schwierigkeiten hat, sich an das neue Zuhause zu gewöhnen. Katzen sind territoriale Tiere, die keine Änderungen in ihrer Umgebung mögen. Ein Umzug kann bei eurer Katze nicht nur zu Stress aber auch zu Depressionen führen.
  • Zusammenleben mit einer anderen Katze: Wenn ihr gerade eine weitere Katze oder ein Kätzchen bei euch aufgenommen habt, kann es sein, dass die erste Katze unglücklich ist. Zuerst liegt es daran, dass das neue Tier ihre Gewohnheiten durcheinander bringen wird. Darüber hinaus werdet ihr womöglich dazu neigen, sie ein wenig zu vernachlässigen, um euch um das neue Familienmitglied zu kümmern.
  • Eingeschränkter Raum: Wenn ihr in eine kleiner Wohnung gezogen seid, ist es sehr wahrscheinlich, dass eure Katze sich vor allem am Anfang „eingesperrt“ fühlt. Dies trifft erst recht dann zu, wenn sie vorher rausgehen konnte und dies jetzt nicht mehr kann.
  • Längere Abwesenheit ihres Herrchens/gestresstes Herrchen: Wenn ihr für mehrere Tage oder sogar Wochen in den Urlaub fahrt, kann es sein, dass eure Katze sich verlassen fühlt. Es macht dabei auch keinen Unterschied, wer solange auf sie aufpasst. Ihr seid ihr Bezugspunkt. Euch nicht mehr zu sehen, wird bei ihr ein Gefühl hervorrufen, dass etwas fehlt. Dieses Gefühlt führt zu Angst und Stress. Wenn ihr diejenigen seid, die sich die meiste Zeit gestresst fühlen, kann es passieren, dass ihr unbeabsichtigt diesen Stress auf eure Katze übertragt. Zudem neigt man dazu, sich in Stresssituationen weniger Zeit zum Spielen mit seinen flauschigen Freunden zu nehmen.
  • Ernährung: Eine Umstellung des Futters oder ein Fehler in der Art der Nahrungsaufnahme können ebenfalls Ursachen für Stress sein. Wenn ihr das Trockenfutter wechselt und eure Katze es nicht mag, könnte sie frustriert sein und ein Stressgefühl entwickeln. Darüberhinaus essen Katzen gerne den ganzen Tag über. Wenn ihr die Mahlzeiten nicht aufteilt, wird sie sich auf ihren Napf stürzen und alles auf einmal fressen, weil sie Angst hat, später nichts mehr zu bekommen. Diese Angst äußert sich normalerweise durch Weinen.

gestresste Katze was tun

Quelle: Verlina

Stress bei Katzen: Welche Krankheiten können auftreten?

Gestresste Katzen können körperliche Krankheiten entwickeln, die durch eine Änderung in ihrem Verhalten hervorgerufen werden. Darunter fallen:

  • chronische Blasenentzündung – kann zu einer Niereninsuffizienz führen
  • Hautprobleme
  • Über- oder Untergewicht
  • erhöhter Cortisol-Spiegel im Körper, der zu einer Schwächung der Immunabwehr führt – so wird die Katze noch anfälliger für Infektionskrankheiten

Stress bei Katzen: Lösungen

Wenn ihr eines oder mehrere der genannten Symptome bei eurer Katze beobachten konntet, leidet sie wahrscheinlich unter Stress. In diesem Fall sollte man schnellstmöglich handeln, um ihren psychischen sowie körperlichen Zustand zu verbessern.

Bringt sie als erstes auf jeden Fall zum Tierarzt. Dieser kann euch dabei helfen, die Ursachen mit Sicherheit zu bestimmen. Außerdem wird er euch helfen, eine Lösung zu finden, damit es eurer Katze bald wieder besser geht. Wenn nötig, kann er ihr auch Medikamente verschreiben. Ihr selbst könnt ihren Alltag angenehmer machen, indem ihr ihre Umgebung verändert und Stressquellen beseitigt:

  • Nahrungsumstellung: Wenn das Problem in der Ernährung liegt, denkt im ersten Schritt daran, es in Portionen aufzuteilen. So kann das Gefühl, dass etwas fehlen würde, vermieden werden. Falls ihr glaubt, das Problem könnte in der Qualität des Futters liegen, könnt ihr in einem zweiten Schritt darüber nachdenken, letzteres zu wechseln oder sogar Früchte und Gemüse mit in den Essensplan aufzunehmen, um ihren Appetit anzuregen.
  • Hilfe beim Abnehmen: Wenn eure Katze dazu neigt, Stress mit Futter zu kompensieren, wird sie wahrscheinlich zunehmen. Dies könnte ihren Zustand noch verschlimmern, denn übergewichtige Katzen haben Schwierigkeiten beim Spielen, Klettern oder wenn sie sich putzen. Dieser lethargische Zustand verschlimmert das Unwohlsein. Wenn eure Katze an Übergewicht leidet, helft ihr abzunehmen, indem ihr zusammen mit eurem Tierarzt eine passende Diät entwickelt.
  • Konflikte zwischen Katzen verringern: Wenn das Problem in einem Revierkampf liegt, versucht, die Beziehung zwischen euren Katzen zu verbessern. Bringt sie dazu, zusammen zu spielen, und vermeidet, einer von beiden Recht zu geben, wenn sie sich streiten.
  • Regt ihre Katzen-Instinkte an: Wenn ihr mehr mit ihr spielt und sie dazu ermutig, sich zu entspannen, helft ihr eurer Katze, den lethargischen Zustand zu überwinden und sich wieder nach außen zu öffnen. Sie wird spüren, dass ihr euch um sie sorgt und sie liebt.
  • Verzichtet auf Bestrafungen: Es wird auf jeden Fall davon abgeraten, eine gestresste Katze zu bestrafen, da sich ihr Zustand sonst noch verschlimmern könnte. Wenn eure Katze überall Pipi macht, will sie euch wahrscheinlich ein Zeichen geben, dass es ihr schlecht geht. Seid geduldig und helft ihr, wieder fröhlich zu sein. Denkt immer daran, dass es eure Aufgabe ist, sie in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen.

Wenn ihr denkt, dass eure Katze unter Stress leidet, oder wenn sie verängstigt ist, könnt ihr als erstes einen Tierarzt zurate ziehen. Dieser wird euch helfen, das Wohlbefinden eurer Katze wieder zu verbessern. Ihr selbst könnt versuchen, präsenter zu sein und ihr zu geben, was sie braucht, um sich besser zu fühlen. Stress ist kein unlösbares Problem, aber manchmal ist es schwierig, eine gestresste Katze zu beruhigen.