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Verbotenes Kükentöten im Ausland

By
Daniela

Nach dem Verbot des Kükentötens in Deutschland werden immer noch männliche Küken aus Brütereien getötet, jedoch nicht mehr in Deutschland, sondern im Ausland. Das NRW-Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) teilte mit, dass drei Brütereien von Legerassen in NRW ihre männlichen Küken ins Ausland transportieren, wobei eine der Brütereien angibt, dass die Hähne im Ausland getötet werden. Nachfrage beim Lanuv ergab, dass die Zahlen aktuell seien. Dementsprechend haben die Verbraucher- und Tierschutzorganisationen Foodwatch, Animal Society und die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht mit Blick auf das Vorgehen der Brüterei Anzeige gegen Unbekannt bei der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft erstattet.

Seit dem 1. Januar 2022 ist in Deutschland das Töten von Küken gesetzlich verboten. Jedoch wird das Verbot zu wenig kontrolliert und verfolgt, wodurch viele männliche Küken immer noch getötet werden, indem sie einfach ins Ausland gebracht werden. Annemarie Botzki von Foodwatch kritisiert diese Vorgehensweise und sagt, dass für den Tierschutz nichts erreicht werde, wenn die männlichen Küken einfach ins Ausland transportiert werden. Wolfgang Schleicher, Geschäftsführer des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), betont hingegen, dass männliche Eintagsküken im europäischen Binnenmarkt frei handelbar seien und aus Deutschland ausgeführt werden dürfen.

Dass trotz des Verbots des Kükentötens in Deutschland immer noch männliche Küken getötet werden, indem sie ins Ausland gebracht werden.

Allerdings sind viele Geflügelzüchter mit der derzeitigen Regelung unzufrieden. Die Einführung des Verbots des Kükentötens mit der politischen Brechstange war ein Fehler und hat im Brütereibereich Existenzen gekostet, kritisiert Schleicher. Die Mehrzahl der in Deutschland ansässigen Legehennenbrütereien habe zwischenzeitlich geschlossen, und nur sieben von 17 ZDG-Mitgliedsbetrieben hätten überlebt. Auch das Lanuv in NRW gibt an, dass sich die Zahl der dortigen Brütereien in Folge des nationalen Kükentötungsverbots im Jahr 2022 halbiert habe.

Dietmar Tepe vom Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) in Bonn betont, dass es viele Schlupflöcher gebe, die es erlauben, weiterhin Eier aus einer Produktion zu kaufen, bei der die Brüder der Legehennen getötet werden. Tepe fordert ein einheitliches, EU-weites Verbot und mehr Transparenz bei der Kennzeichnung von Eiern in verarbeiteten Produkten und in der Gastronomie. Auch Schleicher fordert eine europäische Regelung und eine ehrlichere Debatte um das Töten von Küken.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass trotz des Verbots des Kükentötens in Deutschland immer noch männliche Küken getötet werden, indem sie ins Ausland gebracht werden. Das Verbot wird zu wenig kontrolliert und verfolgt, wodurch Geflügelzüchter mit der derzeitigen Regelung unzufrieden sind und Tierschützer Verbesserungsbedarf sehen. Es gibt viele Schlupflöcher, die es erlauben, weiterhin Eier aus einer Produktion zu kaufen, bei der die Brüder der Legehennen getötet werden. Aus diesem Grund fordern Tierschützer und Geflügelzüchter eine europäische Regelung, um das Töten von Küken zu beenden und mehr Transparenz bei der Kennzeichnung von Eiern in verarbeiteten Produkten und in der Gastronomie zu schaffen.