Nachdem sie zwei Jahre angekettet waren, dürfen diese Wolfsbrüder endlich miteinander spielen

Andrea A.
3/11/2016

Wie The Dodo berichtet, erfuhr Maureen O'Nell von dem Zoo "Wolf Country" an ihrem ersten Arbeitstag bei der SPCA Alaska, einer amerikanischen Tierschutzorganisation. Die "Touristenattraktion" bestand aus Wölfen und Wolfmischlingen, die das ganze Jahr über an Metallpfosten am Straßenrand angebunden wurden. Sie liefen pausenlos im Kreis und Touristen konnten Bilder mit ihnen machen oder sie füttern.

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Quelle: Wolf Connection

Die Tiere wurden auch im Winter draußen gelassen. Die Metallhalsbänder blieben während der kalten Temperaturen an ihrem Fell hängen und rissen es aus, wenn sie sich bewegten.

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Quelle: Wolf Connection

Inzwischen ist ein Gesetz ein Kraft getreten, welches das Halten und Verkaufen von Wölfen in Alaska illegal machte, was die Schließung von Wolf Country zur Folge hatte. Jetzt musste O'Nell sich überlegen, was sie mit den Tieren tun sollte.Auch wenn es ein Sieg war, wurde sie schnell unruhig, weil sie 29 Wölfe und Mischlinge aus dem Zoo vermitteln musste. Schließlich wurden die Tiere kastriert und nach Kalifornien geschickt, wo sie von einer Rettungsstation aufgenommen wurden.Zwei der Wölfe, Chance und Koda, waren Brüder, die noch keine zwei Jahre alt waren. Sie haben ihr ganzen Leben zusammen verbracht, doch hatten sich aufgrund ihrer Ketten nie berühren können.

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Quelle: Wolf Connection

Die Lockwood Animal Rettungsstation nahm viele der Tiere auf, doch konnte leider nicht allen ein Zuhause schenken. Glücklicherweise sprang eine andere Organisation, Wolf Connection, ein und rettete die restlichen Wölfe.Es handelt sich dabei um eine Organisation, die mit Wölfe und Wolfshunden versucht, Jungendlichen mit Problemen zu helfen. Sie nehmen sich Wölfen an, die nicht mehr in die Wildnis entlassen werden können und trainieren sie für ihr Programm.

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Quelle: Wolf Connection

Als Renee Alfero die Wölfe besuchte, um zu entscheiden, welche von ihnen Wolf Connection aufnehmen würde, wurde sie sofort auf zwei aufmerksam. She berichtete The Dodo:

Chance und Koda begannen sofort zu kuscheln und erlaubten es uns, sie zu berühren- in diesem Augenblick wussten wir, dass wir sie nehmen würden.

Die beiden Wolfsbrüder durften sich endlich berühren und sie formten eine ganz besondere Bindung. Chance, der ältere, wurde zum Alphatier ihren kleinen Rudels.Doch beide Wölfe litten an postraumatischen Belastungsstörungen, aufgrund ihrer Vergangenheit in dem Zoo. Zum Beispiel hassten sie Leinen und Schaufeln. Wenn sie unter Druck standen, begannen sie wild im Kreis zu laufen, wie sie es in Alaska getan hatten.Doch dank der Geduld des Teams von Wolf Connection begannen sie, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten und ließen es sogar zu, an einer Leine geführt zu werden.

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Quelle: Wolf Connection

Doch nur kurze Zeit später bekam Chance sehr schlechte Neuigkeiten. Bei einer Routineuntersuchung fanden die Tierärzte einen Tumor in seinem Darm und schätzten, dass ihm nur noch zwei Monate zu leben blieben.Diese traurige Diagnose wollte das Team von Wolf Connection jedoch nicht akzeptieren. Chase bekam fünf Mal die Woche eine Strahlentherapie und in der Rettungsstation wurde sich besonders gut um ihn gekümmert.Zunächst machten sie sich Sorgen, dass Koda die Alphaposition übernehmen würde, weil sein Bruder sehr schwach war. Das hätte Chances Zustand wahrscheinlich noch verschlechtert. Sie hielten die Brüder für eine Weile voneinander fern, doch als sie sich endlich wiedersahen, schien Koda sich besonders anzustrengen, sich zu unterwerfen.

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Quelle: Wolf Connection

Giulia Cappelli, ein weiteres Mitglied von Wolf Connection, berichtete The Dodo:

Chance strengte sich sehr an, weiterhin dominant zu sein, doch Koda versuchte ebenfalls, der Unterlegende zu bleiben. Das hat uns wirklich überrascht. Es hat uns zu Tränen gerührt zu sehen, wie sehr sie ihre liebende Beziehung aufrecht erhielten. Und wir werden vielleicht nie verstehen, warum.

Und noch beeindruckender ist es, dass Chances Diagnose inzwischen schon über zehn Monate zurückliegt. Die Strahlentherapie war hauptsächlich nötig, um seine Schmerzen zu lindern und er hat gegen alle Erwartungen überlebt.Die Rettungsstation möchte Jugendlichen mit den Wolfsbrüdern zeigen, dass auch sie die Ketten zerstören können, die sie mit ihrer Vergangenheit verbinden. Genauso wie Chance und Koda es getan haben.Wenn ihr an sie spenden möchtet, könnt ihr hier klicken.

Via: The Dodo

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