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Eisbärenbaby im Hamburger Tierpark geboren

By
Daniela

Im Hamburger Tierpark Hagenbeck gab es eine freudige Nachricht: Ein Eisbärenjunges wurde geboren. Eisbärin Victoria brachte das Tier Mitte Dezember 2022 zur Welt. Die Mutter, die auch im Tierpark geboren wurde, kümmert sich liebevoll um das Neugeborene. Guido Westhoff, Zoologischer Direktor bei Hagenbeck, sagte: „Wir freuen uns sehr über das erste Eisbärenjungtier im Eismeer. Für Hagenbeck ist dieser Nachwuchs in zweiter Generation ein enormer Zuchterfolg und der Beweis dafür, dass sich unsere Zuchtbemühungen um diese bedrohte Tierart auszahlen.“

Das Geschlecht des Jungtieres wurde zunächst nicht bekanntgegeben. Eisbärenbabys werden blind und taub geboren, meist in einer Höhle. Sie wiegen nur rund 900 Gramm. Die 21-jährige Eisbärendame Victoria kümmert sich seit der ersten Minute sehr liebevoll um ihr Jungtier. Westhoff berichtet: „Die ersten Monate verbrachten die Zwei völlig ungestört in ihrer Höhle. Erst vor Kurzem haben wir das erste Mal vorsichtig Kontakt aufgenommen und die Eisbär-Mama wenige Minuten besucht, das machte sie aber ganz entspannt mit. Der erste Eindruck vom Jungtier ist durchweg positiv, es wirkt gesund, munter und aufgeweckt.“

Die 21-jährige Eisbärendame Victoria kümmert sich seit der ersten Minute sehr liebevoll um ihr Jungtier.

Mutter und Kind sind derzeit vor neugierigen Blicken abgeschirmt. Wann das Eisbärenbaby für Besucher sichtbar sein wird, ist noch unklar. Doch demnächst soll ein Monitor am Eisbärengehege installiert werden, damit die Zoobesucher einen Blick auf die beiden im Innenbereich der Anlage erhaschen können.

Tierpark-Geschäftsführer Dirk Albrecht freut sich über den weich-weißen Nachwuchs: „Ich bin sehr stolz, dass wir unseren Besuchern neben anderen besonderen Jungtieren wie den Leoparden, den Tigern und den Orang-Utans nun auch unser absolutes Highlight in diesem Sommer – ein Eisbärenbaby – präsentieren dürfen.“

Damit Mutter Victoria mit ihrem Baby in Zukunft noch mehr Ruhe im Eismeer haben kann, wird der Eisbärenmann Kap – der auch Vater des Jungtieres ist – den Zoo in Abstimmung mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) bald verlassen.

Im Rostocker Zoo wurden im November 2021 ebenfalls zwei Eisbären geboren. Dem Zuchtbuch des Zoos zufolge leben etwa 300 Eisbären in 118 Zoos weltweit. Eine kleine Berühmtheit war der 2006 geborene und 2011 gestorbene Eisbär Knut. Auch die 2007 geborene Eisbärin Flocke aus dem Tiergarten Nürnberg löste damals ein großes Medienecho aus. In freier Wildbahn wird das Vorkommen den Angaben zufolge derzeit nur noch auf rund 23.000 Tiere geschätzt. Der Eisbär gilt der Roten Liste bedrohter Tierarten zufolge als gefährdet. Der Meereisverlust durch den Klimawandel gilt als die größte Bedrohung für ihr Überleben.

Der Tierpark Hagenbeck nimmt den Schutz bedrohter Tierarten sehr ernst und ist deshalb auch Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP), das sich für die Erhaltung bedrohter Tierarten einsetzt. Der Hamburger Tierpark hat in der Vergangenheit bereits erfolgreiche Zuchterfolge bei anderen bedrohten Arten wie den Schimpansen, den Bongos oder den Polarfüchsen verzeichnen können. Die Zucht von bedrohten Tierarten in Zoos ist notwendig, um den Fortbestand der Arten zu sichern und langfristig einen Beitrag zum Artenschutz zu leisten.

Eisbären zählen zu den bedrohten Tierarten, die besonderen Schutz benötigen. Durch den Klimawandel schmilzt das Eis in den arktischen Regionen, was das Überleben der Eisbären bedroht. Die Tiere sind auf das Meereis angewiesen, um Robben zu jagen und sich fortzubewegen. Wenn das Eis schmilzt, müssen die Eisbären längere Strecken schwimmen, um ihre Nahrungsquellen zu erreichen, was sehr kräftezehrend ist. Außerdem gibt es in den schwindenden arktischen Gebieten immer weniger Nahrung für die Tiere. Die Population der Eisbären ist in den letzten Jahrzehnten stark geschrumpft, und der Klimawandel bleibt eine große Bedrohung für das Überleben dieser faszinierenden Tiere.

Es ist deshalb von großer Bedeutung, dass Zoos wie der Tierpark Hagenbeck einen Beitrag zur Erhaltung der Eisbären leisten. Durch die Zucht von Eisbären in Gefangenschaft wird die Population der Tiere gestärkt, und es können wichtige Erkenntnisse über das Verhalten und die Bedürfnisse der Tiere gewonnen werden. Außerdem leisten Zoos Aufklärungsarbeit und informieren die Öffentlichkeit über die Bedrohung der Eisbären durch den Klimawandel und den Schutz bedrohter Tierarten im Allgemeinen.

Der Tierpark Hagenbeck setzt sich auch auf anderen Ebenen für den Umweltschutz ein. So hat der Park beispielsweise im Jahr 2021 eine Solaranlage in Betrieb genommen, die einen Großteil des Energiebedarfs des Parks deckt. Auch im Bereich der Abfallentsorgung setzt der Tierpark auf Nachhaltigkeit und Recycling. Der Tierpark ist somit nicht nur ein Ort, an dem man Tiere beobachten und erleben kann, sondern auch ein Ort, an dem Umweltschutz und Nachhaltigkeit aktiv gelebt werden.

Insgesamt ist die Geburt des Eisbärenjungen im Tierpark Hagenbeck eine erfreuliche Nachricht für den Artenschutz und ein Zeichen dafür, dass die Zuchtbemühungen um bedrohte Tierarten Früchte tragen können. Es ist zu hoffen, dass das Jungtier gesund aufwächst und in Zukunft dazu beitragen kann, die Population der Eisbären zu stärken. Gleichzeitig ist es wichtig, dass wir uns weiterhin für den Umweltschutz einsetzen, um den Lebensraum der Eisbären zu schützen und ihre Zukunft zu sichern.